Lexikon zu verschiedenen Maler-Themen

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Lexikon zu Maler-Themen im Zusammenhang mit Fassaden-Wärmedämmung bzw. Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS)

Bei einem Wärmedämmverbundsystem (kurz WDVS) handelt es sich um ein System zur Wärmedämmung der Außenwand eines Gebäudes. Andere Bezeichnungen für WDVS sind auch Vollwärmeschutz oder Thermohaut. Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) werden seit etwa 1970 zur Dämmung von Außenfassaden und der Kelleraußenwände eingesetzt.
Durch den Einsatz im Außenbereich werden spezielle Anforderungen an den verwendeten Dämmstoff gestellt. So sind z.B. natürliche Dämmstoffe wie z.B. Holz, Hanf oder Schilf wegen ihrer hohen Wasseraufnahmefähigkeit und ihrer Brennbarkeit nur bedingt geeignet. Heutzutage werden zumeist synthetisch-organische Dämmstoffe wie Polystyrol- oder Polyurethan-Hartschaum und hauptsächlich anorganische synthetische Stoffe, wie Mineralwolle (Stein- und Glaswolle) oder Mineralschaum und synthetische Verbundmaterialien beim WDVS eingesetzt. Vor allem Mineralwolle und Glaswolle werden bereits seit Jahrzehnten erfolgreich als Kerndämmung verwendet. Nachträgliche Dämmung der Außenmauern, wie sie seit einigen Jahren für die Energieeinsparung älterer Objekte angewendet wird, besteht überwiegend aus synthetischen Verbundmaterialien.

Folgende Themen haben wir für Sie zusammengefasst:
Warum nachträgliche Wärmedämmung einer Fassade?
Wie spart die Dämmung der Fassade Energie?
Aufbau eines Wärmedämm-Verbundsystems
Montage einer Fassadendämmung
Die Gestaltung von Fassaden
Brandschutz
Rechtliches zur Wärmedämmung
Arten der Wärmedämmung an der Außenfassade
Weitere Dämmstoffe

Warum nachträgliche Wärmedämmung einer Fassade?

Durch die stark gestiegenen Energiekosten der letzten Jahre wird Energieeinsparung ein immer wichtigeres Thema. Fürher, als Energiekosten noch keinen so hohen Stellenwert hatten, wurde auf die Dämmung weniger Wert gelegt. Auch standen derart effektive Dämmstoffe, wie sie heute möglich, sind einfach nicht zur Verfügung. Je älter das Baujahr eines Hauses ist, desto mehr Energie geht auf Grund der geringen Fassadendämmung verloren. Die Heizkosten können in einem Haus, dessen Außenwand wärmegedämmt ist, erheblich reduziert werden. Zudem leistet man dadurch auch noch einen Beitrag zum Umweltschutz. Die Wärmedämmung anbringen ist aber ein Fall für einen Spezialisten, denn er kann eine auf das jeweilige Haus maßgeschneiderte Lösung entwerfen, so dass das Haus am Ende die ideale Dämmung hat.

Wie spart die Dämmung der Fassade Energie?

Bei einer gut gedämmten Außenwand dringt die Wärme aus dem Wohnraum bis in die äußere Wand, kann dort aber wegen der Wärmedämmung nicht ins Freie gelangen. Die Außenwand fungiert dabei, wie bei einem Kachelofen, als Wärmespeicher. Wird nun z.B. nachts die Heiztemperatur abgesenkt, so kann die gespeicherte Wärme wieder an den Innenraum abgegeben werden. Dadurch wird auch Schimmelbildung durch Auskühlen der Räume effektiv vermieden.
Im Winter bietet die aufgeheizte Wand einen zusätzlichen Frostschutz für Wasserleitungen.
Im Sommer verhindert die Wärmedämmung das Eindringen der Wärme ins Mauerwerk und verhindert somit ein Aufheizen der Innenräume.
Im Gegensatz zu einer Dämmung des Innenbereichs geht bei der nachträglichen Wärmedämmung der Fassade auch kein Wohnraum verloren.
Ein zusätzliches Augenmerk sollte auf die Fenster gelegt werden. Sind deren Dämmeigenschaften zu schlecht, so entstehen Kältebrücken. Dies muss auf jeden Fall vermieden werden, da es sonst zu Schimmelbildung kommen kann.

Aufbau eines Wärmedämm-Verbundsystems

WDVS AufbauEin WDVS-Aufbau besteht aus 3 Schichten.

  • Die unterste Schicht besteht aus den Dämmstoffplatten, welche entweder mit Klebeschaum auf die Fassade geklebt werden oder bei nicht haftenden Untergründen mit speziellen, zum System gehörenden, WDVS-Dübeln oder Halterungen an der Wand befestigt werden.
  • Auf die Dämmplatten wird eine Armierung aufgebracht. In der Regel ist dies ein Glasfasergewebe, welches mit einer Spachtelmasse oder Putz auf den Dämmplatten befestigt wird. Damit wird Rissbildung vermieden.
  • Als äußere, optisch sichtbare Schicht, wird meistens ein Putz, Flachverblender oder aber auch keramische Beläge verwendet.

Montage einer Fassadendämmung

Beim Montieren der Fassadendämmung ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Wärmebrücken entstehen. Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Baukonstruktion. Sie finden sich sehr häufig an Stellen wie Rollladenkästen, Fenstern und Türen und schränken die gesamte Wärmedämmung stark ein. So kann es zu Schimmel in den Wohnungen kommen. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollte die Fassadendämmung fachkundig und sorgfältig ausgeführt werden. Ein versierter Handwerker kann die Fassade beispielsweise mit Kalziumsilikatplatten dämmen. Diese Dämmplatten werden sowohl in der Innen- als auch Außendämmung eingesetzt. Sie sind nicht brennbar, aus einem baubiologisch unbedenklichen Material und machen auch das Anbringen zusätzlicher Dampfsperren überflüssig.

Die Gestaltung von Fassaden

Nicht immer muss es nur ein einfacher Putz sein, welcher auf die Fassadendämmung aufgebracht wird. Es gibt viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

Fassade mit WDVS

Fassadenprofile

Sowohl für Altbauten als auch historische Stuckfassaden bis hin zum Neubau gibt es Fassadenprofile. Ähnlich wie im Innenbereich geben sie einer Fassade eine weitere Dimension (siehe auch Bild rechts). In reichhaltiger Auswahl gibt es Rahmen-, Gesims-, Konsolen- und Fensterbankprofile.

Oberflächenputz

Dies ist die klassische und am weitesten verbreitete Art der Gestaltung. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Strukturen, von feinkörnig bis grobkörnig, von Kratz- und Rillenputzstrukturen bis zu Glattputzen und individuell strukturierbaren Modellierputzen. Von organisch gebunden, über Silicon-Putz, Silikat-Putz bis hin zu Mineral- Leichtputz. Nahezu jeder Farbton lässt sich hierfür verwenden. Bei sehr dunklen Farbtönen stößt die Farbgestaltung einer wärmegedämmten Fassade aber oft an ihre Grenzen. Schließlich sollte der Farbton zur Vermeidung übermäßig hoher Oberflächentemperaturen (so die geltenden Regelwerke) den Hellbezugswert (HBW) 20 nicht unterschreiten. Es gibt aber für diesen Fall spezielle Fassadenfarben, welche durch einen infrarotrefelektierenden Zusatz einen Hellbezugswert von bis zu 5 erreichen.

Flachverblender

Flachverblender für WDVS Fassade

Flachverblender ermöglichen eine Klinkeroptik auf wärmegedämmten Fassaden und sind optisch nicht von normalem Klinker zu unterscheiden. Flachverblender gibt es in mehreren Farben und Steinoptiken. Die Leichtgewichte sind zudem äußerst unempfindlich gegen Witterung und mechanische Belastung.

Keramische Beläge

Mit Fliesen oder Spaltklinker versehene Flächen sind optisch sehr ansprechend und zugleich unempfindlich gegen Stoßbelastungen.

Brandschutz

Die Verwendbarkeit von Wärmedämm- Verbundsystemen (WDVS) wird in Deutschland zur Zeit durch nationale baurechtliche Grundlagen geregelt. In den Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (AbZ) werden alle für das WDVS einschlägigen Anforderungsbereiche zum Nachweis der Brauchbarkeit und Dauerhaftigkeit der Systeme beschrieben und festgelegt. Alle Komponenten sind systemspezifisch geprüft, aufeinander abgestimmt und müssen ausschließlich von einem Hersteller geliefert werden. Einen wesentlichen Bestandteil für die Einhaltung der Qualität und Sicherheit der WDVS bildet der Brandschutz.

Das Brandverhalten von WDVS wird beeinflusst durch:

  • Art und Dicke des Dämmstoffes
  • den Anteil der organischen Bestandteile in der Putzschicht
  • die Dicke der Armierungsschicht (= armierter Unterputz) mit strukturgebender Oberputzschicht
  • die konstruktive Ausbildung an Öffnungen, Einbauten, Detailanschlüssen

Die Prüfverfahren für WDVS sind europäisch noch nicht in allen Punkten abschließend festgelegt. Die künftige Klassifizierung des Brandverhaltens von WDVS nach europäischen Vorgaben ist folgender Tabelle zu entnehmen:

Brennbarkeit DIN 4102-1 DIN EN 13501-1
nichtbrennbar A1/A2 A1/A2
schwerentflammbar B1 B, C
normalentflammbar B2 D, E
leichtentflammbar B3 F

 

Die für die Verwendung von WDVS zulässige Gebäudehöhe ergibt sich aus den jeweils geltenden Brandschutzvorschriften der Länder. (LBO) Danach werden Gebäude geringer und mittlerer Höhe sowie Hochhäuser unterschieden. Daraus ergeben sich für die Baustoffklassen der WDVS folgende Mindestanforderungen:

Höhenbereich
über Geländeoberfläche*
Höhe
(m)
Baustoffklasse
WDV-System
Gebäude geringer Höhe 0 - 7 B2
Gebäude mittlerer Höhe 7 - 22 B1
Hochhäuser** 22 - 100 A

*Gemeint ist in der Regel die Höhe des Fußbodens des obersten Geschosses, in dem Aufenthaltsräume möglich sind. Der angegebene Höhenbereich kann innerhalb der einzelnen LBO geringfügig abweichen.
** Die Hochhausgrenze ist der jeweiligen Landesbauordnung zu entnehmen.

Die Sturzkante über Fenstern und Türen unterliegt bei allen Gebäuden im Falle eines Flammenaustrittes besonders hohen Beanspruchungen. Bei WDVS mit einer Dämmschichtdicke > 100 mm könnte es hierbei zu einem Öffnen der Sturzkante und somit zu einer Brandweiterleitung kommen. Um das Sicherheitsniveau der Brandschutzklasse B 1 nicht zu gefährden, wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Einige, der daraus ableitbaren Ausführungsvorgaben, welche in den herstellerbezogenen AbZ für WDVS mit EPS-Hartschaum verankert sind, sollen hier kurz dargestellt werden.

Geklebte und geklebte/ gedübelte WDVS, Dämmstoffdicke größer 100 mm bis 300 mm

  • Oberhalb der Öffnungen ist ein 200 mm hoher Streifen aus Mineralwolle (DIN 4102-A) vollflächig zu verkleben
  • Der seitliche Überstand muss links und rechts des Sturzes mind. 300 mm betragen
  • Für die Dämmung der Sturzunterseite ist ebenfalls Mineralwolle (DIN 4102-A) zu verwenden.
  • Die vertikalen Laibungen können bis zu einer Dämmstoffdicke von 20 mm mit EPS-Hartschaum ausgeführt werden, bei Laibungen größerer Dämmstoffdicke muss Mineralwolle verwendet werden.

Bei Verwendung firmenspezifischer Sonderlösungen gilt abweichend die jeweilige AbZ.

Schienenbefestigte WDVS, Dämmstoffdicke größer 100 mm bis 200 mm

  • Oberhalb der Öffnungen ist ein 200 mm hoher Streifen aus Mineralwolle (DIN 4102-A) vollflächig zu verkleben.
  • Der seitliche Überstand links und rechts des Sturzes muss mindestens 300 mm betragen.
  • Für die Dämmung der Sturzunterseite ist ebenfalls Mineralwolle (DIN 4102-A) zu verwenden.
  • Die Schienenbefestigung ist in diesem Bereich zu unterbrechen.

Einbinden von vorgelagerten Fensterrahmen bei EPS-Hartschaumdämmung, Dämmstoffdicke größer 100 mm

Bei dicken Dämmstoffschichten, wie sie insbesondere bei Passivhäusern vorkommen, werden die Fensterelemente vor der Außenfläche der Rohbauwand angeordnet. Aus brandschutztechnischer Sicht bedarf dieses Detail einer besonderen Betrachtung. Der zulassungskonforme Mineralwollestreifen am Sturz reicht hier nicht aus, da bei einem Durchbrennen des Fensterrahmens (Holz, PVC) im Bereich der seitlichen Laibungen ein Flammeneintritt in das WDVS und damit eine Brandweiterleitung nicht ausgeschlossen werden kann.

Geklebte und geklebte/ gedübelte WDVS, Dämmstoffdicke größer 100 mm bis 300 mm bei vorgelagerten Fensterrahmen

  • Am Sturz und auch seitlich an den Laibungen ist ein 200 mm breiter Streifen aus Mineralwolle (DIN 4102-A) möglichst nahe am Fensterrahmen vollflächig zu verkleben.
  • Konstruktiv bedingte Hohlräume zwischen dem Mineralwollestreifen und dem Fensterrahmen sind mit PU-Ortschaum (DIN 4102-B1) zu schließen.
  • Bei Verwendung spezieller Polystyroltypen oder firmenspezifischen Sonderlösungen gilt abweichend die jeweilige AbZ.

Schienenbefestigte WDVS, Dämmstoffdicke größer 100 mm bis 200 mm bei vorgelagerten Fensterrahmen

  • Am Sturz und auch seitlich an den Laibungen ist ein 200 mm breiter Streifen aus Mineralwolle (DIN 4102-A) möglichst nahe am Fensterrahmen vollflächig zu verkleben.
  • Konstruktiv bedingte Hohlräume zwischen dem Mineralwollestreifen und dem Fensterrahmen sind mit PU-Ortschaum (DIN 4102-B1) zu schließen.
  • Die Schienenbefestigung ist in diesem Bereich zu unterbrechen.

Alternativ: mineralischer Brandriegel bei WDVS Hartschaum-Dämmplattendicken > 100 mm bis 300 mm

Alternativ zur Sturzausbildung an Gebäudeöffnungen mit mineralischem Dämmstoff bzw. WDVS Steinlamellen-Dämmplatten besteht auch die Möglichkeit der Ausbildung sogenannter umlaufender Brandriegel. Diese müssen ebenfalls aus 200 mm hohen WDVS Steinlamellen-Dämmplatten bestehen und sind mindestens in jedem zweiten Geschoss horizontal umlaufend einzubauen. Der Vorteil dieser Ausführungsart besteht darin, dass nicht jede einzelne Fassadenöffnung bzw. jedes einzelne Fenster bearbeitet werden muss.

Sofern bauwerksbedingte Trennfugen gegeben sind, müssen diese auch im WDVS ausgebildet werden. Hierfür kommen sowohl expandierende Fugendichtbänder als auch Schlaufenprofile zum Einsatz.

Die Installation von Blitzschutzanlagen ist in DIN VDE V 01851-1 geregelt. Die einschlägigen Vorschriften beinhalten keine Aussage dazu, ob die Blitzableitungen innerhalb eines WDVS verlegt werden dürfen. Mangels verbindlicher, amtlicher Vorgaben ist es anzustreben, Blitzschutzleitungen außerhalb des WDVS zu verlegen.

Rechtliches zur Wärmedämmung

In Deutschland wird der Einsatz von WDVS durch nationale baurechtliche Grundlagen geregelt. Die Bundesregierung hat durch die EnEV2009 die Wärmedämmung bei Wohn- und Bürohäusern gesetzlich geregelt.
Bei einem WDVS-System müssen alle verwendeten Stoffe aufeinander abgestimmt und von einem Hersteller produziert werden. Besonderer Wert wird bei WDVS auf Brandschutz gelegt, der einen elementaren Bestandteil der Qualität und Sicherheit dieser Systeme bildet. Lassen Sie sich auf jeden Fall von uns beraten, ggf. auch vor Ort, damit teure Fehlinvestitionen vermieden werden. Da die Dämmung eines kompletten Eigenheims eine kostspielige Angelegenheit werden kann, besteht auch die Möglichkeit einen Antrag auf KfW Fördermittel zur Wärmedämmung zu stellen.

Arten der Wärmedämmung an der Außenfassade

Entscheidet man sich für eine Wärmedämmung an der Außenfassade, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zur Dämmung des Gebäudes von Außen werden Materialien wie Stein- oder Glaswolle, Dämmplatten aus Polystyrol- oder Polyurethan-Hartschaum (PUR) eingesetzt. Auch Faserzementplatten werden zur Dämmung verarbeitet. Neben einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) gibt es noch andere Arten der Dämmung:

Kerndämmung

Im Gegensatz zum WDVS wird die Kerndämmung zwischen Außenmauer und Vormauerschale eingesetzt. Sie dämmt also im Gegensatz zur Wärmedämmung das Haus zwischen der tragenden Wand und einer Vormauerschale. Vor allem in Norddeutschland ist sie wegen der verklinkerten Fassaden eine weit verbreitete Art der Dämmung. Sie ist effektiv, aber nicht so wirtschaftlich wie eine gedämmte Außenfassade, da hierbei die Vormauerschale zwar auch als Dämmung dient aber eben nicht selbst gedämmt ist.
Eine Kerndämmung wird gewöhnlich während der Neubauphase angebracht. Beim Neubau können Plattendämmstoffe, wie beispielsweise Polystyrol oder Polyurethan Dämmplatten montiert werden. Aber auch Steinwolle, Klemmfilz oder Mineralwolle wird als Kerndämmung verwendet. Wichtig dabei ist, das es sich um wasserabweisende und nicht verrottende Materialien handelt.
Als nachträgliche Dämmung bietet sich hier z.B. die Einblastechnik an, bei der schwer entflammbare Zellulosedämmung oder Polystyrol-Partikelschaum-Granulat verwendet wird. Die Dämmstoffe können mit einer Einblastechnik durch in die Außenmauer gebohrte Löcher in den Hohlraum gebracht werden. Auch Dämmschäume können auf diese Art eingebracht werden. Dabei wird auf einen Luftspalt und Lüftungsöffnungen verzichtet und der Hohlraum wird komplett verfüllt. Auf diesem Gebiet arbeiten wir z.B. mit der Firma Krusch Dämmtechnik GmbH zusammen.

Perimeterdämmung

Zur Dämmung eines Hauses nach Außen gehört aber nicht nur die sichtbare Fassade, sondern auch der Keller kann mit einer Außendämmung, der so genannten Perimeterdämmung, gedämmt werden. Dabei werden ebenfalls Dämmplatten rund um die Kellerwand angebracht. Dies hilft weitere Energie zu sparen. Am sinnvolsten ist es natürlich, diese Dämmung beim Rohbau gleich anbringen zu lassen. Nachträglich verursacht es sehr viel Arbeit, da das gesamte Erdreich rund um den Keller abgetragen werden muss. Dennoch ist die Dämmung des Kellers sehr sinnvoll, da der Keller das Fundament des Hauses bildet und eine schlechte Isolierung sich damit auch auf den gesamten Energieverbrauch des Hauses auswirkt. Zusätzlich kann eine Perimeterdämmung den Keller auch vor eindringendem Wasser bewahren.

Weitere Dämmstoffe

Glas- und Steinwolle

Glaswolle und Steinwolle gehören in die Kategorie Mineralwolle und gehört somit zu den nicht brennbaren Dämmstofen. Glaswolle besteht zu etwa 70% aus recyceltem Glas und gilt daher als besonders umweltfreundlich. Sie hat hervorragende Dämmeigenschaften, ist zudem leicht, elastisch, gut zuschneidbar und verfügt über eine hohe Klemmwirkung. Mineralwolle ist sicher gegen Verrottung und Ungeziefer.

Kalziumsilikatplatten

Kalziumsilikatplatten, auch Calciumsilikatplatten, sind preisgünstige Bauplatten, die hauptsächlich für die Wärmedämmung genutzt werden. Sie werden aus überwiegend mineralischen Grundstoffen hergestellt. Sie sind sowohl für die Innendämmung geeignet als auch für die Fassadendämmung. Sie sind einfach zu verarbeiten, baubiologisch vorteilhaft und nicht brennbar. Wegen ihres hohen PH-Gehaltes sind sie auch sehr gut gegen Schimmel einsetzbar. Zudem ist der Einbau einer Dampfsperren bei Wärmedämmung mit Kalziumsilikatplatten überflüssig. Im Winter heizen sich die formstabilen Platten sich schnell und stark auf, was dazuführt, dass auch die Innenwände sich aufwärmen und so weniger Heizenergie benötigt wird. Die Platten kann man, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, umweltfreundlich entsorgen. Als Nachteil verfügen diese Platten allerdings nicht über eine so hohe Wärmespeicher-Kapazität. Auch ist die Gestaltung der Wandoberfläche eingeschränkt.

Faserzementplatten

Faserzementplatten gibt es schon sehr lange. Meistens kennt man sie unter dem Namen des bekanntesten Herstellers: Eternit. Sie dienen dem Verkleiden von Außenwänden und müssen hinterlüftet montiert werden, um Feuchtigkeit und Tauwasser ableiten zu können.

Die Verwendung von Faserzementplatten für die Verkleidung von Fassaden, ist eine innovative Lösung, die zur Steigerung der energetischen Effizienz von Gebäuden beiträgt. Da die Dämmung eines kompletten Eigenheims eine kostspielige Angelegenheit werden kann, besteht auch die Möglichkeit einen Antrag auf KfW Fördermittel zur Wärmedämmung zu stellen. Bauphysikalisch gesehen stellt dies eine sehr günstige Variante dar, welche mit einer guten Wasserdampfdiffusionsfähigkeit, Temperaturspannungen im Mauerwerk und Wärmebrücken vermeidet.


Trotz sorgfältiger Recherchen können wir Fehler oder Irrtümer nicht immer ausschließen. Daher übernehmen wir für alle gemachten Angaben keine Gewähr.