Wärmedämmung (Wärmedämm-Verbundsystem, WDVS) und Fassadendämmung für ihr Haus

Wärmedämmung (Wärmedämm-Verbundsystem, WDVS) und Fassadendämmung für ihr Haus

Von der EnEV zum Energieausweis

Ende 2002 verabschiedete die EU die »Richtlinie über die Gesamt-energieeffizienz von Gebäuden«. Diese fordert von den Mitgliedsstaaten, dass beim Bau, Verkauf oder bei der Vermietung von Gebäuden dem potenziellen Käufer bzw. Mieter auf Anfrage ein Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz (kurz: Energieausweis) vorgelegt werden muss. In Deutschland erfolgte die Umsetzung der EU-Richtlinie durch die Energieeinsparverordnung (EnEV 2007). Mit der Novellierung der EnEV wurden auch die Form und der Inhalt des Energieausweises festgelegt. So ist für Gebäude, die bis zum 31. Januar 1965 erbaut wurden, der Energieausweis seit dem 1. Juli 2008, für jüngere seit dem 1. Januar 2009, Pflicht. Dabei gilt: Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1978 gebaut wurden, benötigen in jedem Fall einen bedarfsorientierten Ausweis. Für jüngere oder auf den Stand der Wärmeschutzverordnung von 1977 modernisierte sowie für Gebäude mit mehr als vier Wohnungen gilt dagegen Wahlfreiheit zwischen einem verbrauchs- und einem bedarfsorientierten Ausweis.

Durch die stark gestiegenen Energiekosten der letzten Jahre wird Energieeinsparung ein immer wichtigeres Thema. Früher, als Energiekosten noch keinen so hohen Stellenwert hatten, wurde auf die Dämmung weniger Wert gelegt. Auch standen derart effektive Dämmstoffe, wie sie heute möglich, sind einfach nicht zur Verfügung. Je älter das Baujahr eines Hauses ist, desto mehr Energie geht auf Grund der geringen Fassadendämmung verloren. Die Heizkosten können in einem Haus, dessen Außenwand wärmegedämmt ist, erheblich reduziert werden. Zudem leistet man dadurch auch noch einen Beitrag zum Umweltschutz. Die Wärmedämmung anbringen ist aber ein Fall für einen Spezialisten, denn er kann eine auf das jeweilige Haus maßgeschneiderte Lösung entwerfen, so dass das Haus am Ende die ideale Dämmung hat.

Unter den unzähligen Vorteilen, die Wärmedämmung bietet, gibt es einen, der in Zukunft immer wichtiger sein wird: Gedämmte Gebäude helfen den Heizenergiebedarf deutlich zu senken. Angesichts der von Jahr zu Jahr steigenden Energiepreise gewinnt dieser Vorteil zunehmend an Bedeutung. Zugleich helfen WDV-Systeme, Kellerdecken und Dachbodendämmungen den CO²-Ausstoß zu verringern und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt.
Aus diesem Grund hat die Bundesregierung in Deutschland mit der Verordnung EnEV einen Rahmen geschaffen, einen aktiven Beitrag zur Reduzierung des klimaschädlichen CO²-Austoßes zu leisten (siehe auch im Kasten rechts).

Wie spart die Dämmung der Fassade Energie?

Energieeinsparung ist ein Thema, welches man immer als Ganzes betrachten sollte. Wenn also sowieso eine Erneuerung der Fassade ansteht und/oder die Fenster ebenfalls erneuert werden sollen, dann wäre dies der optimale Moment für ein Wärmedämm-Verbundsystem. Damit läßt sich eine optimale Dämmwirkung erzielen.
Bei einer gut gedämmten Außenwand dringt die Wärme aus dem Wohnraum bis in die äußere Wand, kann dort aber wegen der Wärmedämmung nicht ins Freie gelangen. Die Außenwand fungiert dabei, wie bei einem Kachelofen, als Wärmespeicher. Wird nun z.B. nachts die Heiztemperatur abgesenkt, so kann die gespeicherte Wärme wieder an den Innenraum abgegeben werden. Dadurch wird auch Schimmelbildung durch Auskühlen der Räume effektiv vermieden.
Im Winter bietet die aufgeheizte Wand einen zusätzlichen Frostschutz für Wasserleitungen.
Im Sommer verhindert die Wärmedämmung das eindringen der Wärme ins Mauerwerk und verhindert somit ein aufheizen der Innenräume.
Im Gegensatz zu einer Dämmung des Innenbereichs geht bei der nachträglichen Wärmedämmung der Fassade auch kein Wohnraum verloren.

Was bedeutet z.B. KfW 55?

Vereinfacht kann man sagen, das die Förderung um so höher ist, je niedriger die KfW Zahl ist. So ist z.B. KfW 100 das aktuelle Neubauniveau. Liegt der zu erreichende Energiebedarf pro Jahr 45% darunter, so kann man KfW 55 (100-45=55) bekommen.

Kosten reduzieren durch staatliche Förderung

Wenn das Haus nach den neuesten Standards saniert werden soll, kann man die Eigenkosten hierfür reduzieren, indem man eine staatliche Förderung beantragt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) vergibt zinsgünstige Darlehen und Fördergelder. Die KfW hat Maßstäbe festgelegt (KfW 115, 100, 85, 70, 60 und 55) in denen festgelegt ist, wie stark der Energiebedarf des Hauses gesenkt werden muss, wenn man denn eine dieser Förderungen in Anspruch nehmen möchte. Bevor man am Haus eine Wärmedämmung anbringen lassen will, sollte man sich auf jeden Fall informieren, welche Förderung man beantragen kann.
Das KfW-Effizienzhaus 55 entspricht in etwa dem alten Standard von 2004 des KfW 40 Hauses. Seit Juli 2010 hat die KfW-Bank in ihrem Förderprogramm "Energieeffizientes Bauen und Sanieren" die Standards KfW-Effizienzhaus 70 und 55 für zu sanierende Gebäude eingeführt. Für Neubauten gibt es seitdem die Förderprogramme KfW-Effizienzhaus 50 und 40 und damit noch energieeffizientere Anforderungen bei der Neubauförderung.

Die Gestaltung von Fassaden

Nicht immer muss es nur ein einfacher Putz sein, welcher auf die Fassadendämmung aufgebracht wird. Es gibt viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

Fassade mit WDVS

Fassadenprofile

Sowohl für Altbauten als auch historische Stuckfassaden bis hin zum Neubau gibt es Fassadenprofile. Ähnlich wie im Innenbereich geben sie einer Fassade eine weitere Dimension (siehe auch Bild rechts). In reichhaltiger Auswahl gibt es Rahmen-, Gesims-, Konsolen- und Fensterbankprofile.

Oberflächenputz

Dies ist die klassische und am weitesten verbreitete Art der Gestaltung. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Strukturen, von feinkörnig bis grobkörnig, von Kratz- und Rillenputzstrukturen bis zu Glattputzen und individuell strukturierbaren Modellierputzen. Von organisch gebunden, über Silicon-Putz, Silikat-Putz bis hin zu Mineral- Leichtputz. Nahezu jeder Farbton lässt sich hierfür verwenden. Bei sehr dunklen Farbtönen stößt die Farbgestaltung einer wärmegedämmten Fassade aber oft an ihre Grenzen. Schließlich sollte der Farbton zur Vermeidung übermäßig hoher Oberflächentemperaturen (so die geltenden Regelwerke) den Hellbezugswert (HBW) 20 nicht unterschreiten. Es gibt aber für diesen Fall spezielle Fassadenfarben, welche durch einen infrarotrefelektierenden Zusatz einen Hellbezugswert von bis zu 5 erreichen.

Flachverblender

Flachverblender für WDVS Fassade

Flachverblender ermöglichen eine Klinkeroptik auf wärmegedämmten Fassaden und sind optisch nicht von normalem Klinker zu unterscheiden. Flachverblender gibt es in mehreren Farben und Steinoptiken. Die Leichtgewichte sind zudem äußerst unempfindlich gegen Witterung und mechanische Belastung.

Keramische Beläge

Mit Fliesen oder Spaltklinker versehene Flächen sind optisch sehr ansprechend und zugleich unempfindlich gegen Stoßbelastungen.

Rechtliches zur Wärmedämmung

In Deutschland wird der Einsatz von WDVS durch nationale baurechtliche Grundlagen geregelt. Bei einem WDVS-System müssen alle verwendeten Stoffe aufeinander abgestimmt und von einem Hersteller produziert werden. Besonderer Wert wird bei WDVS auf Brandschutz gelegt, der einen elementaren Bestandteil der Qualität und Sicherheit dieser Systeme bildet. Lassen Sie sich auf jeden Fall von uns beraten, ggf. auch vor Ort, damit teure Fehlinvestitionen vermieden werden.

Wärmedämmung anbringen lassen vom Fachmann

Natürlich kann man eine Wärmedämmung auch selber machen, ist aber nicht sehr empfehlenswert. In den meisten Fällen fehlt das Know-How und die Erfahrung, die ein Fachmann durch seine jahrelange Praxis erworben hat. Ein Spezialist, wie beispielsweise ein Malermeister kann die Wärmedämmung so montieren, dass keine Wärmebrücken entstehen oder sich nach der Maßnahme Schimmel bildet.

Weitere Informationen zum Wärmedämm-Verbundsystem erhalten Sie auch in unserem Lexikon...


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